Behandlung/Hilfe

Was macht der Arzt bei anhaltenden Magenbeschwerden, Völlegefühl, Sodbrennen, Blähungen und Übelkeit?

Um ernsthafte Erkrankungen wie Magen- und Zwölffingerdarmgeschwüre, eine Refluxösophagitis, Gallensteine und Tumoren im oberen Magen-Darm-Trakt auszuschließen, wird Ihr Arzt verschiedene Untersuchungen vornehmen. In einem ausführlichen Gespräch (Anamnese) versucht er zunächst, so viel wie möglich über Ihre Krankheitsgeschichte zu erfahren. Je genauer Sie Ihre Symptome beschreiben, desto schneller kommt er der Ursache auf die Spur. Möglicherweise werden Sie aufgefordert, einige Tage ein Symptomtagebuch zu führen, da die Häufigkeit und die Art der Beschwerden bereits einen Hinweis auf organische oder funktionelle Störungen geben können.

Zum vollständigen Untersuchungsprogramm gehören in der Regel ein Ultraschall des Bauchraums, eine Laboruntersuchung von Blut und Stuhl sowie eine Magenspiegelung.

malfertheiner

Prof. Dr. med. Peter Malfertheiner, Leiter der Klinik für Gastroenterologie, Hepatologie und Infektiologie der Universität Magdeburg:

„Tritt Sodbrennen in Kombination mit anderen Magenbeschwerden wie etwa Völlegefühl, Magenschmerzen, Blähungen, Magen-Darm-Krämpfen und Übelkeit auf, deutet dies auf eine Magenfunktionsstörung hin. In diesem Fall sind Arzneimittel indiziert, die auf die Verbesserung der komplexen Magenfunktionsstörungen ausgerichtet sind, man nutzt dann Therapeutika, die nach dem Multi-Target-Prinzip funktionieren. Tritt Sodbrennen allein auf, ist die Refluxkrankheit die häufigste Ursache und die Säurehemmung das Mittel der Wahl.“

Wenn sich im Anschluss an die Untersuchungen herausstellt, dass den Beschwerden keine organischen Veränderungen zugrunde liegen und die Diagnose „Magenfunktionsstörung“ („funktionelle Dyspepsie“) lautet, sind viele Patienten erleichtert, dass sie nicht an einer lebensbedrohlichen Erkrankung leiden und nun endlich wissen, was ihnen fehlt. Doch auch wenn kein ernster organischer Hintergrund besteht, sind die Symptome sehr real und belastend für die Betroffenen. Eine allgemeine Behandlungsmethode gibt es nicht, doch die Beschwerden lassen sich zumeist wirksam mindern.

Therapieentscheidung je nach Beschwerdebild

therapie1 therapie2

Da bei einer Magenfunktionsstörung wie beispielsweise dem Reizmagen viele verschiedene Ursachen und Symptome zusammenkommen, empfiehlt sich eine Therapie, die an allen wichtigen Symptomen und Ursachen einer Magenfunktionsstörung ansetzt, eine sogenannte Multi-Target-Therapie. Je mehr Wirkstoffe ein Arzneimittel enthält, auf desto mehr Symptome kann es wirken. Einzigartig ist hier eine Iberis-amara-Kombination, die Extrakte aus neun Heilpflanzen enthält, welche sich gegenseitig unterstützen, ergänzen sowie verstärken können.

  • Regulierung der Magenbewegung: Viele Magenprobleme haben ihre Ursache in einem gestörten Ablauf der Magenbewegung. Wird der Nahrungsbrei im Magen nicht richtig verarbeitet und weitertransportiert, kann dies zu Magenbeschwerden führen. Ein pflanzliches Therapeutikum, das nach dem Multi-Target-Prinzip funktioniert, kann die Magenmuskeln je nach Spannungsstatus aktivieren oder entspannen. Verläuft die Magenbewegung wieder normal, bewirkt das eine Linderung gleich mehrerer Magenbeschwerden.
  • Beruhigung der Magennerven: Ist das Nervensystem im Magen-Darm-Bereich überreizt, kann der Magen sensibel auf Reize wie Nahrungsaufnahme, Magendehnung oder Säureausschüttung reagieren. Pflanzenextrakte können Magenschmerzen und Bauchkrämpfen entgegenwirken, indem sie zum Beispiel die Magennerven beruhigen und Magenschmerzen auf diese Weise lindern können.
  • Normalisierung der Säureverteilung: Wird zu viel oder zu wenig Magensäure produziert, kann es zu Verdauungsstörungen wie Sodbrennen oder saurem Aufstoßen kommen. Tritt Sodbrennen jedoch als Folge einer gestörten Magenbewegung auf (Säure am falschen Ort), was oft der Fall ist, ist es nicht vordringlich, die Säure zu unterdrücken, sondern eher die Beweglichkeit des Magens wiederherzustellen, damit der mit Säure versetzte Speisebrei koordiniert weitertransportiert werden kann und nicht ständig zurück in die Speiseröhre fließt. Medikamente, die nur die Magensäure reduzieren, zeigen hier keine ausreichende Wirkung und sind daher zur Behandlung des Reizmagensyndroms nicht zugelassen.
strauch

Dr. med. Martin Strauch, Facharzt für Innere Medizin/Gastroenterologie am Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) in Neubiberg bei München:

„Direkt nach meinem Medizinstudium gab es in der Klinik noch verschiedene Magendiäten, bei denen die Speisen und Zubereitungen je nach Krankheitsbild unterschiedlich waren. Das wird heute als irrelevant erachtet, es gibt nichts, was man konkret als ‚Magenschonkost‘ bezeichnen kann. Was gut und was schlecht ist, das ist letztlich immer vom subjektiven Empfinden und einer individuellen Verträglichkeit abhängig. Jeder Mensch reagiert unterschiedlich. In der diätetischen Beratung wird darum auch empfohlen, diejenigen Nahrungsmittel wegzulassen, die einem persönlich nicht bekommen.“

Chancen der Pflanzenheilkunde

Je komplexer ein Krankheitsbild ist, desto eher gibt die ebenfalls sehr komplexe Natur eine Antwort darauf. Im Falle von Magen-Darm-Beschwerden gehört diese Erkenntnis zum Allgemeingut.

Heute ist die Herstellung pflanzlicher Arzneimittel weit über die Erprobung von Tees hinausgegangen und bietet sorgfältig dokumentierte Pflanzenauszüge mit Wirksamkeitsnachweis an, die sich besonders bei funktionellen und chronischen Erkrankungen einen beachtlichen Stellenwert sichern konnten. So wurden Phytotherapeutika entwickelt, welche die Beweglichkeit des Magens regulieren können. Wirksam ist hier z. B. eine Iberis-amara-Kombination, die Extrakte aus neun Heilpflanzen enthält, die sich gegenseitig beeinflussen und verstärken können. Dadurch kann zum Beispiel auch die Säure wieder dort wirken und verbleiben, wo sie gebraucht wird, und die Magenfunktionsstörung kann umfassend mit allen Symptomen ganzheitlich behandelt werden.

Was kann ich selbst tun?

Die Diagnose ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem weitgehend beschwerdefreien Leben. Denn nur die Aufklärung über das Krankheitsbild hilft Ihnen dabei, einen anderen Umgang mit der Krankheit zu finden. Um Auslösern für Sodbrennen, Völlegefühl und Magenschmerzen auf die Spur zu kommen, kann es sinnvoll sein, über einige Wochen hinweg ein Symptomtagebuch zu führen. Erkennen Sie daraufhin einen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebensmitteln oder Situationen und dem Auftreten der Beschwerden, gilt es, die auslösenden Faktoren zu vermeiden.

  • Ihr Arzt wird Ihnen vermutlich raten, Ihr Berufs- und Privatleben auf Stress, Anspannung, Überforderung und Konflikte zu überprüfen. Auch wenn sich Stress nicht völlig umgehen lässt, hilft ein bewusster Umgang mit Überlastung, diesen Situationen gelassener zu begegnen.
  • Erlernen Sie eine Entspannungstechnik. Yoga, autogenes Training oder progressive Muskelentspannung helfen Ihnen, Stress zu bewältigen. Bewegung dient generell als Ventil für seelischen Druck. Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihnen Spaß macht, damit das Bewegungsprogramm nicht zusätzlichen Stress verursacht. Ganz nebenbei regt Sport die Verdauung an und stärkt das Immunsystem.
  • Essen Sie regelmäßig, meiden Sie üppige Mahlzeiten und nehmen Sie lieber mehrere kleine Mahlzeiten zu sich. Essen Sie in Ruhe, kauen Sie langsam und gründlich. Achten Sie auf eine ausgewogene und bekömmliche Ernährung.
  • In leichten Fällen können auch Wärmeanwendungen wie ein warmes Bad oder auch eine Wärmflasche schmerz- oder krampflindernd wirken.
  • Nehmen Sie dauerhaft Medikamente ein, die den Magen schädigen, wie zum Beispiel sogenannte nichtsteroidale Antirheumatika, die bei Rheuma und Arthrose verordnet werden, halten Sie sich genau an die Einnahmehinweise und fragen Sie Ihren Arzt ggf. nach alternativen Arzneien.

Das Wichtigste noch einmal in Kürze:

  • Stress, Ärger, falsche Essgewohnheiten oder Medikamente können den Bewegungsablauf des Magens so durcheinanderbringen, dass dieser mit Beschwerden wie Magenschmerzen, Sodbrennen, Völlegefühl oder Blähungen darauf reagiert.
  • In den meisten Fällen liegen den Beschwerden keine organischen Ursachen zugrunde.
  • Sodbrennen kann als Folge einer Speiseröhrenentzündung oder einer Magenfunktionsstörung auftreten. Kommen mehrere Symptome zusammen, deutet dies auf eine Magenfunktionsstörung hin.
  • Die jeweilige Therapie richtet sich nach der zugrunde liegenden Erkrankung.
  • Es ist wichtig, dass Sie Ihrem Arzt oder Apotheker alle Symptome nennen, denn nur so können Sie richtig behandelt werden.
  • Am wirksamsten ist eine Therapie, die viele Ursachen und Symptome gleichzeitig bekämpft.

Broschüre zum Thema

magen kl

Die Deutsche Seniorenliga hat in Kooperation mit der Steigerwald Arzneimittelwerk GmbH eine Informationsbroschüre zum Thema "Magenbeschwerden im Alter" herausgegeben.

Broschüre bestellen
mann isst
Schon gewusst?

Bittere Nahrungsmittel regen den Appetit an, machen aber auch schneller satt. Der Grund: Bitterstoffe erhöhen die Produktion von Magensaft, die dadurch rascher fließenden Verdauungssäfte führen zu einem schneller einsetzenden Sättigungsgefühl.

reizmagen
Schon gewusst?

Mehr als ein Viertel der europäischen Bevölkerung leidet unter dem sogenannten Reizmagen.